Antonie Deusser-Stiftung: Kunst-Jahr 2011
Jahresbericht 2011
Der neu formierte Stiftungsrat hat 2010 begonnen, sich dem künstlerischen Nachlass August Deussers zu widmen. Um dem Stiftungszweck - das Werk August Deussers zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen - zu entsprechen, wurde zunächst der Bestand gesichtet.
Hierzu wurden alle Werke von einer Kunstspedition in einem gesicherten Lager unter klimatisch optimalen Bedingungen zusammengeführt und in der Folge fachmännisch katalogisiert wie fotografiert. Das so entstandene Inventar zeigt den Bestand der Stiftungssammlung und bildet die Grundlage für die Präsentation auf der Website, die den öffentlichen Zugang ermöglicht und die Basis für den angestrebten Leihverkehr und Austausch mit nationalen und internationalen Institutionen darstellt.
Institutionelle Aktivitäten umfassten die Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) zur Erstellung einer zeitgemässen Ausstellungskonzeption, sowie mit Museen zur Plazierung von Werken August Deussers in international beachteten Ausstellungen.
Einzelmassnahmen waren:
- Fachgerechter Transport und Einlagerung der Bilder
aus Bad Zurzach durch Möbel-Transport AG, Gaswerkareal, 8010 Zürich - Professionelles Inventarisieren des Bestandes
vor Ort in Zürich/Schlieren, Fine Art Advisory - Professionelles Fotografieren der Werke
-
Erstellen der Website mit virtuellem Museum
Werke Deussers aus dem Besitz der Stiftung mit Foto und Text abrufbar erstellt durch AdNovum Informatik AG -
Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
Studiengang Master of Arts in Art Education MAE, Departement Kulturanalysen und -Vermittlung DKV, 8031 Zürich
Studierende erstellen im Rahmen einer Projektarbeit im Wintersemester 2010/11 ein Konzept für eine mögliche Ausstellung des Werkes von August Deusser. Präsentation des Projektes erfolgt am 11.3.2011 -
Zusammenarbeit mit dem Museum Langmatt Baden
Stiftung Sidney und Jenny Brown,
Römerstrasse 30, 5401 Baden Leihgabe von zwei Werken für die Ausstellung „Baden: Intimität, Reinigungsakt und Freikörperkultur“, 8. Mai-10. Juli 2011
Werke von Deusser werden im Kontext bedeutender Zeitgenossen wie Cézanne, Renoir, Liebermann, Kirchner u.a. gezeigt. Gemeinsam mit diesen Künstlern hat Deusser bereits 1912 an der Sonderbund-Ausstellung in Köln, deren Mitorganisator er selber war, seine Bilder präsentiert. Werke dieser Künstler hat Deusser zudem auch selbst gesammelt. Die Ausstellung ermöglicht einen Dialog zwischen den Bildern von August Deusser und seinen Zeitgenossen betrachtet aus heutiger Optik.
Ausgewählt wurden:
Venus, aus dem Wasser steigend (Geburt der Venus), 1917 Öl auf Pappe, 34.5 x 28.5 cm, WVD 266, sowie Jungbrunnen (Edelfräulein vor dem Bade), 1918 Öl auf Leinwand, 70.0 x 80.0 cm, WVD 324
-
Zusammenarbeit mit Stiftung museum kunst palast
Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf Leihleihe von zwei Werken August Deussers für die Ausstellung „Die Düsseldorfer Malerschule – Crossing bridges between cultures“, 23.9.2011-23.1.2012.
Die angefragten Werke Deussers werden in der sechsten und letzten Sektion der Ausstellung mit dem Titel „Aufbruch der Düsseldorfer Malerschüler in die Moderne“ gezeigt. Zahlreiche sezessionistische Bestrebungen der Düsseldorfer mündeten damals in die Gründung des „Sonderbund“ (1908). Seine Mitglieder (J. Bretz, M. Clarenbach, A. Deusser, W. Ophey, C. Rohlfs, W. Schmurr, A. und O. Sohn-Rethel und E.te Peerdt) veranstalteten in Düsseldorf und Köln wegweisende Ausstellungen, zu denen sie die europäische Avantgarde einluden, darunter, Cézanne, Gauguin, van Gogh, Liebermann, Monet, Munch, Picasso und Signac. In einer Auswahl von Werken, die damals im Rheinland ausgestellt waren, soll an diese Zeit des Aufbruchs erinnert werden. In gezielten Vergleichen wird anschaulich, wie sich die avantgardistischen Kräfte der Düsseldorfer Malerschule endgültig von der Akademie lösten und sich den neuen impressionistischen und pointillistischen Strömungen öffneten.
Ausgewählt wurden:
Selbstbildnis im blauen Rock, 1911 Öl auf Leinwand, 73.5 x 49.5 cm, DWV 11, sowie Der Kölner Dom von der Deutzer Wiese aus gesehen, um 1910/11 Öl auf Leinwand, 46.5 x 63.0 cm, DBZ 449
-
Kontaktaufnahme zu kulturellen Institutionen von Bad Zurzach
Interessant für die Stiftung erweist sich das historische Museum Höfli, wo im März 2011 unter der Leitung von Herrn Hidber eine Ausstellung zu Jakob Zuberbühler, dem einstmaligen Erbauer der Villa Himmelrych (heute als Schloss Bad Zurzach im Eigentum der Stiftung stehend) gezeigt wird.
Ebenfalls kontaktiert wurde das Mauritiushaus, das gleichzeitig als Bildermuseum mit dem Nachlass von Pieter van de Cuylen und kommerzielle Galerie fungiert.
Zürich, im Februar 2011
Für den Stiftungsrat, Prof. Dr. Dirk Boll und Dr. Zuzana Haefeli